Abschlussbericht

Liebe Freunde,

nun sind wir schon seit zwei Wochen wieder im Lande und wie sicherlich die meisten von euch ins Alltags- und Arbeitsleben gestartet, der Sommer ist auch schon fast vorbei (untrügliches Zeichen dafür ist das Weihnachtsgebäck, das ich vorgestern bereits im Supermarkt erblickte) und trotzdem möchten wir diesem Blog einen abschließenden Bericht hinzufügen, da wir aufgrund der technischen Möglichkeiten nicht alles wie geplant berichten konnten.

Zum Beispiel hatten wir noch gar nicht über das kenianische Essen berichtet. Grundnahrungsmittel in der Region am Viktoriasee ist Mais, den fast jeder im eigenen Garten für den Eigenbedarf anbaut – eine Schülerin beim Aids-Workshop war sehr erstaunt darüber, dass das bei uns in Deutschland nicht der Fall ist. Der Mais wird zu Mehl gemahlen und zu einem sehr dicken Brei gekocht, der dann in Scheiben geschnitten wird und Ugali heißt. Davon pflückt man mit den Fingern eine Portion ab, knetet sie und tunkt sie in eine würzige Soße auf Zwiebel-Tomaten-Basis, in der Hühnchenteile, Rindfleisch oder Fisch gekocht wird. Natürlich mit Knochen oder Gräten, die man dann auf dem Teller heraussucht. Als Gemüse gab es meistens gekochten Kohl oder Sukuma Wiki (wörtl. übersetzt „die Woche herumbringen“), das aussieht wie Kohlrabiblätter, die in feine Streifen geschnitten und mit Zwiebeln gekocht serviert werden. Geschmacklich erinnert das am ehesten an Grünkohl.

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Bohnen sind ein zweites Grundnahrungsmittel, das es in vielen Varianten gibt. Z. B. als „Githeri“: Kideybohnen mit Mais, auch kalt mit Avocado; Kidneybohneneintopf mit Reis oder Mungobohnensuppe mit Chapati, einem aus Indien stammenden Fladenbrot, das sehr an deutsche Pfannkuchen erinnert. Alles ziemlich lecker. Wir haben ein paar Rezepte mitgebracht, die es vielleicht demnächst im „Bistro Karibu“ zu probieren gibt (immer am letzten Freitag im Monat ab 18 Uhr im Gemeindehaus Mitte, Ruinenstraße, Dortmund-Aplerbeck, das nächste Mal also am 27. September.).

Das Frühstück ist wohl durch die britische Kolonialzeit beeinflusst – es gab pappiges Weißbrot mit Marmelade oder Erdnussbutter, leckeres frisches Obst (Bananen, Ananas, Orangen) und Kaffee oder Tee, der in Kenia traditionell nicht mit Wasser, sondern mit Milch aufgebrüht und gerne mit etwas Ingwer und viel Rohrzucker gewürzt wird. Das hat uns sehr überrascht, da in Ghana gar keine Milch getrunken und auch kein Käse gegessen wird.

Manchmal hatten wir auch ein paar „Doughnuts“ (frittierte Teigbällchen ohne Loch in der Mitte, aber mit Kardamom und Zimt gewürzt) zum Frühstück, die wir direkt im Haus nebenan kaufen konnten. Dort hat sich nämlich eine Gruppe Witwen zusammengeschlossen und backt täglich viele Hundert Doughnuts, die dann im Dutzend für ca. 50 cent verkauft werden. Sie haben mittlerweile einen festen Kundenstamm und können so täglich etwa 10€ Gewinn verbuchen – für mehr als 10 Beteiligte. Eine vorbildliche Geschäftsidee.

Ebenfalls berichten wollten wir auch noch über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu Ghana, die uns durch unseren letztjährigen Aufenthalt dort aufgefallen sind. Es war sehr interessant, ein zweites afrikanisches Land kennenzulernen und Vergleiche anzustellen.

Da beide Länder von den Briten besetzt waren, gibt es viele Gemeinsamkeiten bei der Bauweise der Häuser und Anlage von Siedlungen. Die meisten Häuser sind hier wie dort nur eingeschossig aus Lehmziegeln gemauert und anschließend bunt angestrichen. In Ghana meist in den Farben der drei führenden Mobilfunkanbieter, die dann als Dankeschön für die Werbung die Farbe bezahlen, in Kenia auch mit Werbung von anderen Unternehmen wie z.B. Pampers, Backmischungen oder Öl.

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Handwerksbetriebe führen ihre Arbeiten meist im Freien auf der Straße durch. Man kann Schlossern beim Schweißen von Türen und Schreinern beim Bauen von Betten und Särgen (wird direkt nebeneinander verkauft, sehr zweckmäßig) zuschauen. Schließlich ist es ganzjährig warm, sodass man keine beheizten Werkstätten benötigt. Beim Schweißen reicht in Kenia manchmal auch eine normale Sonnenbrille zum Schutz der Augen…

Bei einem Besuch auf dem Markt fiel uns auch hier die Ähnlichkeit zu Ghana auf. Es gibt zahllose Händler, die alle ein nahezu identisches Angebot haben – Tomaten, Zwiebeln, Bananen und Sukuma Wiki. Mehr als drei oder vier Sorten hat keiner im Sortiment und alle verkaufen das gleiche, eben das, was sie im eigenen Garten anbauen. Wie die Händler bei dieser Konkurrenz alle überleben können, ist uns schleierhaft. Gang und gäbe sind auch Stände mit Altkleidern aus Europa („Mitumba“), bei denen sich Menschen aller sozialen Schichten einkleiden. Abseits des Marktes sieht man auch oft kleine Verkaufsstände mit nur einem Produkt, z.B. ein paar Maiskolben oder ein Häufchen Kohle. Es ist für uns sehr schwer vorstellbar, dass jemand sich auf diese Weise seinen Lebensunterhalt verdient.

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Auffallend ist hier wie dort die Offenheit und Freundlichkeit der Menschen. Man wird willkommen geheißen und nach seiner Herkunft gefragt. Manchmal steckt dahinter die Hoffnung auf ein Geschäft mit den vermeintlich steinreichen Weißen, manchmal auch bloße Neugierde über die exotisch aussehenden Gäste. Vor allem Kinder wollten uns wegen der Hautfarbe gerne anfassen. In Ghana waren die Kinder direkter und mutiger, sie zeigten mit dem Finger auf uns und riefen „Jawu!“, was „weiß“ bedeutet. In Bondo ist der Besuch von Weißen wohl noch seltener, weshalb die meisten Kinder ängstlich und schüchtern waren (bis hin zum Verstecken hinter Mamas Rock oder Weinen, wenn man sich ihnen näherte). In Ghana haben wir viel mehr Kleinkinder in Tragetüchern auf dem Rücken ihrer Mutter gesehen, in Kenia scheint das weniger üblich zu sein. Auch das Tragen von Dingen auf dem Kopf sieht man seltener.

In beiden Ländern ähnlich ist auch der Zustand der Straßen. Die Hauptstraßen im Ort sind asphaltiert, alle Nebenstraßen bestehen aus festgetretener Erde mit unterschiedlich vielen Löchern und Steinbrocken darin. Die größeren davon sind mit Bagger und Pflug angelegt worden und an den Seiten abschüssig, um Regenwasser abfließen zu lassen; die kleineren würde man hier eher als Fußpfad betrachten und sicher nicht mit dem Auto befahren – siehe die Episode mit dem im Schlamm feststeckenden Auto…

Bei den Fahrzeugen gibt es einen grundlegenden Unterschied. Zwar handelt es sich in beiden Ländern meist um alte Gebrauchtwagen aus Industrieländern, die technisch in desolatem Zustand sind (gesprungene Windschutzscheibe und dergleichen), aber da in Kenia Linksverkehr herrscht, kommen die dortigen Autos nicht aus Europa, sondern aus Japan. Deshalb sind asiatische Marken vorherrschend (v. a. Toyota, Mitsubishi, Nissan) und man sieht keine umgebauten deutschen Firmenwagen mit der Aufschrift „Elektro Müller“ oder ähnlich. Die Minibusse – hier Matatu, in Ghana Trotro – sind alle mit gelben Streifen markiert und ordentlich mit ihrer Reiseroute beschriftet. Das war in Ghana chaotischer.

Insgesamt gibt es in Kenia aber weniger PKW (man kann in Bondo manchmal mehrere Minuten an der Hauptstraße sitzen, ohne dass einer vorbeikommt), dafür mehr Transporter, Motorräder und Fahrräder. In Ghana gilt das Fahrrad als Armutseingeständnis und ist deshalb verpönt, dort nimmt man eines der zahllosen Taxis, wenn man sich kein eigenes Auto leisten kann. In Kenia werden Zweiräder auch stark für Transporte aller Art gebraucht – z.B. mehrere 20l-Kanister mit Wasser (Wasser wird aber auch mit Eseln, Handkarren oder auf dem Kopf transportiert), riesige Säcke mit Kohle, Kleidung oder anderen Waren, mehrere Kinder und Hunde, manchmal auch Särge, eben alles, was draufpasst.

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Gehupt wird in beiden Ländern gerne und zu zahlreichen Anlässen 🙂

Auch der afrikanische Akzent im Englischen ist ähnlich. Wir müssen uns erst etwas hineinhören und gut konzentrieren. Den Afrikanern geht es bei unserem Schulenglisch umgekehrt sicher genauso. Ich hatte öfters den Eindruck, nicht wirklich verstanden worden zu sein.

Schlecht funktionierende Verwaltungen sind wohl in beiden Ländern noch ein großes Problem. In Ghana waren wir sehr erstaunt über das „Büro“ der Schule unseres Waisenhauses, das völlig im Chaos versunken war. Das Führen von Aufzeichnungen über die Schüler war nur sehr beschränkt möglich.

Über die Unmöglichkeit, in Kenia eine Landkarte zu besorgen, hatten wir ja schon ausführlich berichtet. Wir warten übrigens immer noch auf die Karte, die eigentlich vor zwei Wochen per e-mail als pdf-Datei hätte kommen sollen und die wir schon mit reichlich Geld vorab bezahlt hatten…

Gleich ist in beiden Ländern auch die tiefe Religiösität in verschiedensten Glaubensgemeinschaften. Unsere ghanaische Gastmutter stand täglich um 4 Uhr auf, um lautstark aus der Bibel zu lesen und zu beten; schon gegen drei wurden wir vom über Lautsprecher singenden und predigenden Muezzin geweckt und an nahezu jeder Straßenecke gibt es ein als Kirche bezeichnetes Gebäude. In Kenia wurde vor jeder Mahlzeit gebetet. Eine anglikanische Gemeinde, die einen Wassertank erhalten hatte, lud uns zum sonntäglichen Gottesdienst ein, der wie üblich zwei Stunden dauerte. Wir wurden im Vorfeld gefragt, ob wir nicht die Predigt halten wollten, was wir aber dankend ablehnten. 🙂 Stattdessen wurden wir von unserer Gastgeberin Sarah vorgestellt, bevor sie dann gepredigt hat, und haben, weil man von uns als Musikern einen musikalischen Beitrag erwartete, in Ermangelung unserer Instrumente zweistimmig „Kein schöner Land“ vorgetragen. Das klang gar allerliebst und wir mussten es im Laufe der Zeit noch mehrmals wiederholen. 🙂

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„Ihr Europäer habt die Uhren, wir Afrikaner haben die Zeit“: Dieser Satz gilt sowohl in Ghana als auch in Kenia, Pünktlichkeit spielt keine große Rolle. Sehr wohl aber die Zuverlässigkeit, dass man überhaupt kommt. Sogar mit mehrstündiger Verspätung wird man noch herzlich empfangen. Auch im Restaurant sollte man Zeit mitbringen – als wir die Geno-Gruppe nach dem AIDS-Workshop zum Essen ins Pride-Hotel, das neue erste Haus am Platze, eingeladen haben, war das bestellte Essen erst nach über zweieinhalb Stunden fertig. In Europa müsste der Laden sicher bald dichtmachen…

Gravierende Unterschiede gibt es bei der Hygiene. In Ghana ist es leider üblich, überall zu urinieren; rund um die Häuser, auf Fußwegen, auch Frauen im Stehen und am helllichten Tag in aller Öffentlichkeit. Das Waisenhaus hat keine funktionierende Toilette, also nutzen die Kinder den Schulhof als Freiluftklo, wo sie aber auch den ganzen Tag herumlaufen und spielen. Zum Händewaschen vor dem Essen wird eine Schüssel Wasser hingestellt, in die alle Kinder nacheinander einmal kurz ihre Hände stecken. Seife sucht man vergeblich. Die Ausbreitung von Krankheiten wie Typhus und Cholera wundert so kaum.

In Kenia hatten die Leute zwar keinen Wasseranschluss, dafür aber alle ordentlich abgeschlossene Latrinen im Garten. Manche haben sogar fortschrittliche und geruchsfreie EcoSan-Latrinen, bei denen für sechs Monate eine von zwei Kammern genutzt wird, während der Inhalt der anderen kompostiert und anschließend als Naturdünger im Garten verwendet werden kann. Vor jedem Essen wurde fast zeremoniell eine gründliche Händereinigung mit heißem Wasser und Seife vollzogen.

Bei der Ausstattung und Pflege ihrer Häuser zeigten die beiden Völker ebenfalls Unterschiede. Den Ghanaern schien die Ausstattung eher unwichtig. Die Wände waren oft nicht verputzt oder angestrichen, Poster oder Bilder gab es selten. Schränke oder andere Aufbewahrungsmöbel haben wir auch keine gesehen. Viele Leute kochen auf Kohlegrills im Hausflur, wodurch Decken und Wände natürlich verrußen. Das scheint den Hausbesitzern aber nichts auszumachen. Tische und Stühle sind fast immer aus Plastik.

In Kenia hingegen legten selbst die ärmsten Witwen, die wir besucht haben, viel Wert auf eine schöne Inneneinrichtung. Es ist üblich, mehrere Sofas und Sessel im Wohnzimmer zu haben und bei diesen die Sitzflächen, Arm- und Rückenlehnen mit Tüchern oder Häkeldeckchen abzudecken, um sie zu verschönern oder Beschädigungen zu verdecken. Auch Tische und Stühle (meist aus Holz) werden mit Decken verziert. An den Wänden hängen viele Kalender (Werbegeschenke diverser Jahrgänge) und Fotos von Familienmitgliedern.

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Die Viehhaltung ist auch sehr unterschiedlich. In Ghana haben wir als Nutztiere nur kleine Ziegen und Hühner gesehen, die scheinbar herrenlos herumlaufen und sich ihr Futter selbst zusammensuchen. In Kenia werden sehr viele Rinder gezüchtet, die in kleinen Herden von ihren Hirten beaufsichtigt und zum Trinken zu Wasserstellen geführt werden, ebenso Schaf- und Ziegenherden und Esel als Lasttiere. Die meisten Tiere sind mit einem Strick an einem Busch oder Baum angebunden. Nur die Hühner laufen hier ebenfalls frei herum.

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Es ist natürlich schwer zu sagen, wie vergleichbar die beiden Gegenden in Ghana und Kenia sind, denn wir haben jeweils nur eine von vielen Regionen und Ethnien des Landes kennengelernt. In Ghana waren wir in einer Provinzhauptstadt mit 70.000 Einwohnern, in der die Versorgung mit fließendem Wasser und Strom – von gelegentlichen Ausfällen abgesehen – kein Problem ist. Es gab dort auch ein komfortables klimatisiertes Vodafone-Internetcafé, sodass uns die Berichterstattung leichter fiel. AIDS ist dort zum Glück nur ein kleineres Problem, aber viel Handlungsbedarf gibt es im Bereich Bildung, Infrastruktur, Hygieneerziehung und Umweltschutz. Die Errichtung einer funktionierenden Industrie (Kaffee-, Kakaoverarbeitung) wäre ein wichtiger Schritt, um mehr Menschen zu einem geregelten Einkommen zu verhelfen. In Kenia schafft der Tourismus viele Arbeitsplätze und lenkt langsam auch den Blick auf Umwelt- und Naturschutz, sodass die Landschaft dort etwas weniger vermüllt war als in Ghana. Unser Safarifahrer hat in den Parks auch mehrfach angehalten und Müll mitgenommen, was wir sehr begrüßt haben.

Die Probleme in der Region von Bondo sind da noch viel elementarer – die Versorgung mit trinkbarem Wasser und Nahrungsmitteln ist für viele Menschen der Haupttagesinhalt. Dazu kommen die vielen Aids-Waisen und -Witwen und hohe Kosten für Bildung, die der einzige Weg aus dem Elend wäre. Es bleibt also noch viel zu tun und wir sind froh, dass die Partnerschaft zwischen GENO und der Weltgruppe Aplerbeck durch unseren Besuch gestärkt werden konnte. Die nächsten 5-6 Wassertanks werden bereits im September aufgestellt und wieder vielen Menschen das Leben erleichtern. Über die diversen Projekten kann man sich auch sehr gut auf der Internetseite des Aplerbecker Weltladens informieren (www.weltladen-aplerbeck.de). Wer diese wirklich sinnvolle Arbeit finanziell unterstützen möchte, dem sei das Spendenkonto der Weltgruppe empfohlen. Hier kann man sicher sein, dass die Spenden auch wirklich bei den Menschen ankommen und nicht für Verwaltung oder Werbung verwendet werden.

Empfänger:                Ev. Georgs-Kirchengemeinde Dortmund, Weltladen Aplerbeck

Konto:                        102 003 888

Blz.:                            440 501 99, Sparkasse Dortmund

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Dank auch an Familie Vierling, Sarah Ondego, Lawrine Odera und Johanes Ayieko, durch die wir diese Erfahrungen überhaupt erst machen konnten.
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Fazit der Reise: In Kenia existieren quasi zwei Welten nebeneinander – die der Touristen, für die Luxus selbst in der abgelegensten Wildnis möglich ist und die der normalen Kenianer, die nicht einmal sauberes Trinkwasser haben. Dieser Gegensatz und die Tatsache, dass das Gros der Bevölkerung offensichtlich kaum von den sprudelnden Einnahmen des Tourismus profitiert, hat uns erschreckt bis schockiert. Ebenso die Feindschaft der verschiedenen kenianischen Ethnien. Den in Nairobi herrschenden Kikuyu ist es nahezu egal, wie es den Luo am Viktoriasee geht – so, als würde Frau Merkel sich nur um die Einwohner der Uckermark kümmern. Eine wirkliche Lösung der Probleme ohne gemeinsame kenianische Identität scheint uns auf Dauer nur schwer und kaum ohne Hilfe von außen möglich.
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Und zum Schluss noch ein Fun Fact: Fanta gibt es in Kenia in den Geschmacksrichtungen Orange, Erdbeer, Ananas und schwarze Johannisbeere. Sind allesamt quietschbunt und schmecken leider ziemlich künstlich. Dann doch lieber die althergebrachte Cola, Sprite oder für den, der es mag, eine scharfe Ingwerlimonade namens Stoney.

Wir hoffen, wir konnten euch mit unseren Berichten das ferne Kenia ein wenig näher bringen und euch auch ein wenig Spaß beim Lesen bereiten (obwohl es viiiel Text war). Vielen Dank für euer Interesse und Aufmerksamkeit und herzliche Grüße aus Lübeck und Dortmund,

Cosima und Andreas

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Fotos

Da Bilder ja bekanntlich mehr sagen als 1000 Worte, kommen hier nun endlich einige optische Eindrücke. Um den Text etwas aufzulockern, haben wir die Bilder an den passenden Stellen in die Artikel eingefügt, also bitte nach unten scrollen und zum Vergrößern auf die Bilder klicken.

Wer mehr Bilder sehen oder Details erfahren möchte, kann uns gerne ansprechen – sobald die besten der 6000 Bilder ausgewählt sind (was noch etwas dauern wird), gibt es auf Wunsch private Vorführungen 🙂

Sonnenuntergang im Tsavo Ost Nationalpark

Sonnenuntergang im Tsavo Ost Nationalpark

Viel Spaß erstmal mit dieser kleinen Bildauswahl und viele Grüße von

Cosima und Andreas

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Sicher gelandet

Liebe Freunde,

heute Abend sind wir nach 26stündiger Reise wohlbehalten in Dortmund angekommen. Am Flughafen Nairobi war es wegen des Brandes zwar etwas chaotisch (warten im Zelt auf der Landebahn,

ohne Durchsagen, Gepäck wird auf dem Boden ausgebreitet und jeder sucht sich seinen Koffer raus etc.), aber wir sind ohne Probleme durch Kairo gekommen. Diesen kurzen Bericht über Mombasa wollten wir eigentlich gestern Nachmittag posten, aber die Verbindung im Hotel war zu schlecht und hat es verhindert, darum nun nachträglich:
„Liebe Freunde,
vorgestern sind wir im feucht-heißen Klima Mombasas angekommen, jetzt sitzen wir auf gepackten Koffern in der Hotellobby und warten auf Abholung Richtung Flughafen. Zeit für einen letzten Gruß aus Kenia!
Der Strand an der Nordküste ist sehr ansprechend, mindestens alle 10 Meter wird man von Einheimischen angesprochen, ob man nicht Perlenarmbänder oder geschnitze Schlüsselanhänger kaufen („Isch bin die einzige Schnitzermann hier!“), einen Bootsausflug machen oder eine Safari buchen möchte. Die Beach Boys laufen einem dabei gerne länger hinterher, von gemütlichen Strandspaziergängen kann also keine Rede sein. Am Eingang des Hotels steht daher ein Sicherheitsbeamter.

Bei einer Fahrt mit dem Glasbodenboot konnte man hübsche Fische bestaunen...

Bei einer Fahrt mit dem Glasbodenboot konnte man hübsche Fische bestaunen…

 

...oder direkt zu ihnen abtauchen, was natürlich viel schöner ist.

…oder direkt zu ihnen abtauchen, was natürlich viel schöner ist.

Heute haben wir noch ein wenig Mombasa angeschaut. Wie überall viele Menschen und Händler, die ihre Waren anpreisen (in einer Straße konnte man sich an mehreren Stellen gegen Gebühr wiegen lassen. Merkwürdig.), ein buntes Völkergemisch mit hohem Anteil an Indern und Arabern.

Die Stoßzähne aus Aluminium sind das Wahrzeichen Mombasas.

Die Stoßzähne aus Aluminium sind das Wahrzeichen Mombasas.

Aber leider auch viel Müll, Dreck und Unordnung. Da es um die Sicherheit auch nicht so gut bestellt ist, haben wir uns auf einen kurzen Rundgang beschränkt und sind dann zum Hotel zurückgekehrt.

Nach den schlimmen Nachrichten aus Ägypten hoffen wir, dass wir bei unserer Zwischenlandung dort morgen früh keine Probleme haben werden. Wir melden uns dann nach erfolgreicher Rückkehr nach Dortmund nochmal und laden dort einige Fotos hoch.
Viele Grüße und ein schönes Wochenende,
Cosima und Andreas“
So, inzwischen sind die Koffer ausgepackt und es wird Zeit, den in der letzten Nacht entgangenen Schlaf nachzuholen. Darum viele Grüße und gute Nacht! C&A
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Grüße vom Kilimanjaro

Liebe Freunde,

heute senden wir nur ein kurzes Grüßchen aus einer Lodge im Amboseli-Nationalpark am Fuße des Kilimanjaro.

Gefühlt befinden wir uns hier in einer anderen Welt, verglichen mit dem Leben in Bondo. Wir wüssten gern, was wohl ein Kind von dort, das Mühe hat, den Schulmonatsbeitrag von 20 Cent zusammenzubekommen beim Anblick von so viel Luxus denken würde.

Unser Fahrer Nicholas vor dem Eingang zum Maasai Mara Nationalpark

Unser Fahrer Nicholas vor dem Eingang zum Maasai Mara Nationalpark

Zelten mal anders - das Oloshaiki Camp in der Maasai Mara

Zelten mal anders – das Oloshaiki Camp in der Maasai Mara

Zum Glück ist hier auch nicht alles perfekt – die beiden Gäste-PCs sind kaputt, daher können wir nur über Wifi und IPhone diese Zeilen tippen.

Auf den bisherigen Stationen der Safari haben wir schon unzählige Tiere verschiedenster Art gesehen.

...z.B. Löwinnen versteckt im Gebüsch...

…z.B. Löwinnen versteckt im Gebüsch…

...Löwinnen, die mit ihren Jungtieren die Straße überqueren...

…Löwinnen, die mit ihren Jungtieren die Straße überqueren…

...hübsche Giraffen...

…hübsche Giraffen…

...einen Zebrastreifen...

…einen Zebrastreifen…

...elegante Impalas...

…elegante Impalas…

...Büffel mit parasitenfressenden Vögeln...

…Büffel mit parasitenfressenden Vögeln…

...ebenso die Flusspferde...

…ebenso die Flusspferde…

...niedliche Elefanten in verschiedenen Größen...

…niedliche Elefanten in verschiedenen Größen…

...und viele, viele Gnus, die sich nicht über den Fluss getraut haben, weil...

…und viele, viele Gnus, die sich nicht über den Fluss getraut haben, weil…

...dieser Zeitgenosse dort herumlag.

…dieser Zeitgenosse dort herumlag.

Schöne Vögel gab es auch zu sehen, wie z.B. diesen Kronenkranich...

Schöne Vögel gab es auch zu sehen, wie z.B. diesen Kronenkranich…

...und immer wieder Affen, die auch die Hotels bevölkern...

…und immer wieder Affen, die auch die Hotels bevölkern…

...und sich schon erstaunliche Fähigkeiten angeeignet haben.

…und sich schon erstaunliche Fähigkeiten angeeignet haben.

Heute Abend durften wir einen malerischen Sonnenuntergang neben dem klar sichtbaren Kili und vorbeiziehenden Elefantenherden erleben.

Sonnenuntergang im Amboseli-Nationalpark

Sonnenuntergang im Amboseli-Nationalpark

 

Cosi & Andi mit Kili

Cosi & Andi mit Kili

 

Diesem Elefanten in Tsavo Ost sind wir wohl etwas zu nahe gekommen... Schnell ein paar Meter zurücksetzen!

Diesem Elefanten in Tsavo Ost sind wir wohl etwas zu nahe gekommen… Schnell ein paar Meter zurücksetzen!

Morgen geht es um 6.15 zur Frühpirsch, um vielleicht ein paar Raubtiere bei der Jagd zu erwischen.

Sollte die nächste Unterkunft funktionierende Computer bereithalten, werden wir endlich die versprochenen Fotos nachreichen.
Für heute erstmal viele Grüße und gute Nacht (oder „lala salama“ auf Kisuaheli),
Cosima und Andreas
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Nairobi

Liebe Freunde,

nach 13stuendiger Reise, davon 11einhalb in einem Ueberlandbus, der selbst bei guten Strassen maximal 70kmh gefahren ist, sind wir gestern Abend endlich in Nairobi angekommen und haben eine Nacht bei Sarah und ihrer Familie verbracht. Alle waren sehr nett und haben uns wieder mit einem koestlichen Essen herzlich begruesst. Heute sind wir dann umgezogen in unser Hotel – der Kontrast zum Leben auf dem Dorf in Bondo koennte kaum groesser sein. Aber immerhin haben wir dadurch die Faehigkeit erlernt, mit 2l kaltem Regenwasser zu duschen, das ist doch auch etwas 🙂

Der Innenraum des Hotels, aus dem gläsernen Fahrstuhl heraus geknipst.

Der Innenraum des Hotels, aus dem gläsernen Fahrstuhl heraus geknipst.

Heute hatten wir dann etwas Zeit, um die Innenstadt von Nairobi anzuschauen, hauptsaechlich von der Dachterasse des Konferenzzentrums, von der man einen herrlichen Blick ueber die gesamte Stadt hat.

Das Häusermeer Nairobis

Das Häusermeer Nairobis

Viel mehr konnten wir nicht anschauen, denn wir wollten uns noch um die Karte von Bondo kuemmern, die wir in Siaya schlussendlich doch nicht bekommen konnten. Ein Schwager von Sarah nahm uns mit zum entsprechenden Amt fuer Kartenmaterial – dem einzigen in Kenia – an das wir vom Amt fuer Statistik verwiesen wurden. Dort offenbarte sich das ganze Dilemma. Die Detailkarten haetten wir dort zwar bekommen koennen, aber fuer jedes Detail haetten wir extra zahlen muessen. Schulen, Strassen, Fluesse, Ortschaften – alles jeweils 5 Euro extra pro Karte. Und das bei 26 Karten. Macht ca 520 Euro… Wir haben dankend Abstand genommen und uns auf eine Karte des ganzen Distrikts beschraenkt. Nur 35 Euro. Dann werden uns mit dem bisher erbeuteten Material zufrieden geben und mit Google Maps was basteln. Ein Verwaltungsakt, der unglaubliche Ausmasse angenommen hat.

Heute Abend waren wir bei Lawrine Odera, einem Mitglied der GENO-Gruppe, die mehrere Jahre in Dortmund gelebt hat, zum Essen eingeladen. Wir haben einen sehr netten Abend mit ihrer Familie verbracht. Sowohl in ihrer Strasse als auch in Sarahs musste man bei der Einfahrt ein eisernes Tor passieren, das die ganze Nacht ueber von einem Sicherheitsmann ueberwacht und bei berechtigtem Bedarf geoeffnet wird. Ueberhaupt sind die Sicherheitsvorkehrungen hier sehr hoch: vor jedem Supermarkt, am Ueberlandbus und auch hier vor dem Hotel stehen Sicherheitsbeamte mit Metalldetektoren, die jede Tasche untersuchen. Fast wie am Flughafen. Vielleicht ist dies eine Nachwirkung des Bombenattentats auf die US-Botschaft gestern vor genau 15 Jahren.

Habt ihr in Deutschland vom Brand auf dem Flughafen von Nairobi gehoert? Die Abflughalle fuer internationale Fluege ist gestern Morgen abgebrannt, zum Glueck ohne Personenschaden. Er war zeitweise komplett geschlossen, soll aber morgen wieder teilweise geoeffnet werden. Wir hoffen also, dass unserer Heimkehr am 18.8. nichts im Wege steht.

Leider sind wir nur sehr kurz in unserem huebschen Hotel, denn morgen frueh um 7 werden wir von unserem Fahrer Nicholas abgeholt und in die Maasai Mara gefahren. Mal sehen,  ob der Busch ueber Internet verfuegt. So erfolgt nun unsere Verwandlung von „volunteer workers“ in normale Touristen.

Fotos konnten wir aus Zeitmangel leider immer noch nicht hochladen und  muessen die bisher geschossenen ca. 3000 Bilder noch fuer uns behalten. Es sind auf jeden Fall einige sehr schoene und eindrucksvolle dabei, die wir euch nicht vorenthalten moechten.

Fuer heute erstmal viele Gruesse aus Nairobi, (wo es uebrigens sehr kuehl ist – wer also in Deutschland zu sehr schwitzt, dem sei Urlaub in Afrika empfohlen :-))

Cosima und Andreas

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Letzter Tag in Bondo

Liebe Freunde,

uns geht es weiterhin gut, auch wenn wir so wenig von uns hoeren lassen – das liegt einfach an den schwierigen Umstaenden.

Gerade sitzen wir im Cybercafe in Siaya, die uebergeordnete Distrikthauptstadt. Gestern war Sarahs Vereidigung als Wasserministerin, bei der wir leider nicht anwesend sein durften. Heute wird sie zusammen mit anderen Ministerkollegen ins Amt eingewiesen, die Wartezeit ueberbruecken wir in diesem Internetcafe.

Einer von vielen Marktständen, die alle ein nahezu identisches Angebot von 3-4 Gemüsesorten haben.

Einer von vielen Marktständen, die alle ein nahezu identisches Angebot von 3-4 Gemüsesorten haben.

Seit letzter Woche versuchen wir, an detaillierte Karten der Region zu kommen, um genau lokalisieren zu koennen, wo die Wassertanks stehen. In Deutschland waere das wohl recht einfach – man geht ins entsprechende Amt und kauft dort eine Karte. Hier war Johannes Ayieko erstmal in drei verschiedenen Aemtern in Bondo, um herauszufinden, dass das Amt fuer Statistik nun in Siaya ist. Man wusste aber nicht, ob sie die Karten mitgenommen haben oder ob die noch irgendwo in Bondo unter Verschluss liegen. Gestern haben wir dann einen Statistikbeamten aus Siaya nach Bondo gefahren und im verlassenen Buero nach den Karten gesucht. Einige Regionen konnten wir zerknittert und verstaubt finden, andere sind wohl in einem Schrank, zu dem der Beamte den passenden Schluessel leider nicht dabei hatte… Also starten wir heute einen neuen Versuch, an das restliche Kartenmaterial zu kommen. Eine Karte zu besorgen kann ein echtes Abenteuer sein!

Waehrend der Vereidigung haben wir ohne Sarah (das heisst nur mit Ayieko und unserem Fahrer Maurice) das Haus nebst Mausoleum fuer den verstorbenen Vizepraesidenten Jaramogi Oginga Odinga besucht. Er ist der Vater des bis Maerz dieses Jahres amtierenden Ministerpraesidenten Kenias Raila Odinga. Im Museum konnte man zahlreiche Arterfakte und Hinterlassenschaften des ehrwuerdigen Staatsmannes bewundern, z.B. das originale Ziegenfell, auf welchselbigem er vor dem Zubettgehen seine Fuesse abzustreifen pflegte oder die Huehnerfeder zur Ohrreinigung, eine beachtliche Sammlung von Hueten und Spazierstoecken, aber auch Geschenke anderer Staatsmaenner und viele Fotografien wichtiger Politiker aus Kenias Geschichte.

besagtes Ziegenfell mit originalem Schuhwerk :-)

besagtes Ziegenfell mit originalem Schuhwerk 🙂

In einem anderen Gebaeude konnte man noch Artefakte von Helden des Luo-Stammes sehen und eine Ausstellung mit ausgestopften Tieren aus den Nationalparks. So haben wir auf jeden Fall schonmal ein Foto von Loewen und einem Krokodil, falls uns naechste Woche bei der Safari keinerlei Tiere begegnen sollten 🙂

Der Museumsfuehrer berichtete, dass viele Schulkinder, aber auch einige Erwachsene, schreiend davon liefen, weil sie die Loewen fuer echt hielten – sie bewegten sich nicht und waren hinter einer dicken Glasscheibe…

Gestern haben wir dann noch einen groesseren Teich besucht, der vor allem als Viehtraenke dient und deutlich saubereres Wasser fuehrt, als die bisher gesehenen Teiche. Leider muessen wir die Fotos nochmal aufschieben, weil wir gerade den SD-Karten-Adapter nicht dabei haben. Aber es kommen noch Fotos, versprochen!

Wasser für Mensch und Tier, hier von recht sauberer Qualität

Wasser für Mensch und Tier, hier von recht sauberer Qualität

Heute Morgen haben wir uns dem Thema Gesundheitsversorgung gewidmet und zunaechst eine sogenannte Dispensary besucht. Das ist eine Gesundheitsstation ohne Aerzte, gefuehrt von einem „Health Officer“, die vor allem Medikamente gegen HIV und Malaria verteilt. Etwa 580 Erwachsene und 40 Kinder kommen regelmaessig jeden Monat dorthin, um sich ihre Medikamente abzuholen. Man kann aber auch bei akuten Erkrankungen oder zum Gebaeren dorthin gehen oder an Modellen die korrekte Handhabung von Kondomen ueben. Die Waende sind voll mit Postern und Plakaten, die ueber diverse Krankheiten aufklaeren und Gesundheitstipps geben. Zwei der von uns besuchten Witwen arbeiten dort als Sekretaerinnen und fuehren die Patientenakten, dafuer werden sie von einer NGO (Nichtregierungsorganisation) bezahlt.

Anschliessend waren wir im District Hospital Bondo, ein Komplex verschiedener aelterer und neuer Gebaeude. Zusammen mit einem Subdistrict Hospital ist es das einzige Krankenhaus in der Umgebung und hat ein Einzugsgebiet von 178.000 Menschen. Ueber 200 Patienten kommen jeden Tag, es gibt aber nur 58 Betten und gerade einmal 6 Aerzte. Alleine an diesen Zahlen sieht man schon, dass hier noch grosser Bedarf herrscht.

Danach hatten wir noch ein kurzes Treffen mit dem Leiter einer Wasserbehoerde, die jetzt auch nach Siaya umziehen wird. Er hat uns viele Zahlen genannt und die diversen Aemter fuer Wasser auf nationaler und regionaler Ebene aufgezaehlt. Das war eher unuebersichtlich fuer uns und wirkte so, als gaebe es zwar mehr als genug Aemter, die aber anscheinend recht langsam und nicht allzu effektiv an der Verbesserung der Versorgungslage der Menschen arbeiten. Er sagte, die Regierung habe keine Mittel und deshalb sei er dankbar fuer die von GENO aufgestellten Tanks…

Besuch in einer Kläranlage am Fluss Yala: Ein Angestellter erklärt uns, wie diese Pumpen das Wasser...

Besuch in einer Kläranlage am Fluss Yala: Ein Angestellter erklärt uns, wie diese Pumpen das Wasser…

...in die Tanks befördert, wo es gereinigt und nach Bondo gepumpt wird.

…in die Tanks befördern, wo es gereinigt und nach Bondo gepumpt wird.

Danach waren wir in einem Oertchen namens Kogelo, dass sich zu einer touristischen Attraktion entwickelt hat, denn von hier stammt Barack Obamas Vater. Das Volk der Luo pflegt die Polygamie (heute zum Teil auch noch)  und so war Obamas Mutter nur eine von mehreren Ehefrauen des Barack H. Obama senior, dessen Ruhestaette wir im Garten des einfachen Familienanwesens sehen und fotografieren konnten. Eine alte Dame lebt dort, sie ist eine der diversen Ehefrauen von Obamas Grossvater, aber nicht die direkte Grossmutter. Sie spricht nur Luo, deshalb mussten Sarah und Ayieko uebersetzen. Sie berichtete ueber ihre diversen wohltaetigen Aktivitaeten vor allem fuer Waisenkinder, weshalb ihr eine Uni bereits einen Ehrendoktortitel verliehen hat. Im Ort sind einige Schulen nach Praesident Obama benannt, aber ansonsten ist das Dort eher ruhig.

Oma Obama

mit Oma Obama vor ihrem Haus

Bis auf die „freundlichen“ Polizisten, die einen fast taeglich kontrollieren. Die Genehmigung des Risses in der Windschutzscheibe hat uns bisher schon dreimal davon kommen lassen, davon zweimal heute. Das Problem im System ist, dass die Strafgelder, die bei den kaputten Autos zurecht erhoben werden, in die Tasche der Polizisten wandern und nicht ins Staatssaeckel, was an der Tatsache an sich natuerlich nichts aendert. Fuer uns ist das unvorstellbar. Es gibt aber ueberall Hinweisschilder, dass Korruption zu bekaempfen sei. Wie ernst diese genommen werden, kann man schwer einschaetzen.

Nette Idee, scheint aber bei der Korruptionsbekämpfung nicht wirklich zu helfen...

Nette Idee, scheint aber bei der Korruptionsbekämpfung nicht wirklich zu helfen…

Die Frage nach dem Wetter wollen wir gerne noch beantworten: An den ersten beiden Tagen war es sehr heiss und sonnig, aber seit letzten Dienstag der Regen eingesetzt hat, ist die Temperatur stark gefallen – wir schaetzen sogar unter 20 Grad, haben aber kein Thermometer, um das zu ueberpruefen. Jedenfalls ist es oft wolkig und dann wirklich recht frisch fuer Afrika. Nur wenn die Sonne herauskommt merkt man wieder, auf welchem Kontinent wir uns befinden. Man bedankt sich bei uns fuer den Regen, den wir wohl aus Deutschland mitgebracht haetten, da er viel frueher gekommen ist, als erwartet.

Heute ist unser letzter Tag in Bondo, morgen frueh um 7 machen wir uns auf den Weg nach Nairobi und werden das naechste Mal dann von dort berichten.

Viele Gruesse aus Siaya und bis bald,

Cosima und Andreas

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Zweiter Bericht

Liebe Freunde,

an diesem Wochenende findet im GENO-Zentrum ein Workshop zum Thema HIV/Aids statt. Gut 15 Schueler aus umliegenden Secondary Schools (diese umfasst Klasse 9 bis 12) sind gekommen, um ueber Praevention und richtiges Verhalten im Umgang mit Aids und HIV-positiven Mitmenschen zu sprechen. Sie werden dabei von Geno verpflegt und in einem Hotel untergebracht. Der Seminarleiter ist aus Nairobi angereist und macht seinen Job sehr gut – kein Wunder, wenn man Job Akuno heisst 🙂 Er spricht die Sprache der Jugendlichen und hinterfragt immer wieder ihre Antworten, um herauszufinden, was sie wirklich meinen. Der Lernprozess ist schon zu sehen. Nach dem gemeinsamen Mittagessen haben wir uns ins nahe gelegene Internetcafe verkruemelt, um endlich wieder ein paar Zeilen zu schreiben. Wir werden dabei wieder von Johannes Ayieko und unserem Fahrer begleitet, obwohl es nur wenige 100m sind – man scheint uns nicht alleine lassen zu wollen.

Die Schüler schreiben beim Workshop fleißig mit.

Die Schüler schreiben beim Workshop fleißig mit.

Gruppenbild der anwesenden Geno-Mitglieder mit uns und Seminarleiter Job Akuno (3. v.l.) vor dem Geno-Zentrum

Gruppenbild der anwesenden Geno-Mitglieder mit uns und Seminarleiter Job Akuno (3. v.l.) vor dem Geno-Zentrum

Da wir nicht viel Zeit haben, werden wir spaeter mehr ueber den Workshop berichten.

In den letzten fuenf Tagen haben wir vor allem Wassertanks besucht – bisher 21 von 31 aufgestellten. Wir waren also schon recht fleissig. Das schwierige daran sind die zu ueberwindenden Distanzen, weil die Strassenverhaeltnisse teilweise so schlecht sind, dass man nur mit Schrittgeschwindigkeit vorankommt. Unser Fahrer faehrt ueberhaupt sehr langsam (max. 50kmh), auch auf der einzigen Asphaltstrasse. Dort gibt es vor und in Ortschaften gemeine Huegel zur Verkehrsberuhigung, die so hoch sind, dass man davor komplett anhalten muss und wir trotzdem schon mehrfach aufgesetzt sind. Von der Polizei wird man auch des oefteren angehalten. Meist wollen sie nur den Fuehrerschein sehen und lassen einen dann weiterfahren, gestern aber, als Ayieko Moskitonetze zum Verteilen an Schulen aus Bondo abholen wollte, wurden er und der Fahrer verhaftet wegen des grossen Risses, der die Windschutzscheibe ziert. Gegen ein kleines „Trinkgeld“ von 2 Euro haette man sie fahren lassen, aber sie hatten kein Geld dabei, also mussten sie mit auf die Wache. Der Autobesitzer wurde in die Verhandlungen mit einbezogen und hat schliesslich 25 Euro zahlen muessen – dafuer gab es dann einen Zettel, der den Riss bei weiteren Kontrollen legitimieren soll… Unglaublich, aber wahr.

So verzoegerte sich natuerlich unsere Abfahrt zu den naechsten Tanks, aber Zeit ist nicht so wichtig. Der Workshop sollte heute um 9 beginnen, also wollten wir um 8:30 losfahren (fuer die 7,7km von Sarahs Haus nach Bondo braucht man 25 Minuten). Um 8:40 sassen wir noch beim Fruehstueck und erfuhren, dass Ayieko mit einigen Jugendlichen vorfahren wollte, der Fahrer dann zurueckkommen und uns abholen wuerde – das bedeutet also eine Stunde Verzoegerung. Dann streikte leider die Autobatterie, auf einem Motorrad wurde eine andere zum Ueberbruecken gebracht, was nicht mit isolierten Kabeln, sondern mit zwei Schraubenschluesseln in den Haenden durchgefuehrt wurde. Schliesslich kamen wir um kurz nach 10 an, der Workshop hatte erwartungsgemaess noch nicht begonnen.

Bis zu 60 Kinder in einer Schulklasse sind hier normal - Individualität und Kreativität können so natürlich kaum entwickelt werden.

Bis zu 60 Kinder in einer Schulklasse sind hier normal – Individualität und Kreativität können so natürlich kaum entwickelt werden.

Eine Schulküche - dass Kühe, Ziegen, Hühner und Esel überall frei herumlaufen ist normal.

Eine Schulküche – dass Kühe, Ziegen, Hühner und Esel überall frei herumlaufen ist normal.

Bei den Tankbesichtigungen hoeren wir normalerweise immer grossen Dank verbunden mit der Bitte um weitere Tanks und andere Hilfen. Gestern haben wir aber ein sehr positives Beispiel einer Witwe gesehen, die sehr ideenreich ist und sich selbst zu helfen weiss. Den alten gemauerten Wassertank neben ihrem Haus, dessen Boden gesprungen ist und der deshalb auslaeuft, hat sie in einen kuehlen Lagerraum umgewandelt, versehen mit Tuer und Fenster. Diese Tanks gibt es hier haeufiger, allerdings werden sie nach misslungenen Reparaturversuchen nur als nutzloses Objekt betrachtet und nicht als Moeglichkeit, daraus etwas Neues zu machen. Fuer ihr Vieh hat die pensionierte Lehrerin eigenhaendig einen grossen Teich gegraben, in den sie von der abschuessigen Strasse das Regenwasser leitet. Abgeerntete Maiskolben wirft sie nicht weg, sondern nutzt sie als Feuerholz. Von solchen Beispielen braeuchte es hier mehr – viele Menschen verlassen sich leider zu sehr auf Hilfe von aussen.

Einige Witwen backen allabendlich zusammen Doughnuts, die sie dann früh morgens verkaufen und so ein kleines Einkommen erzielen können.

Einige Witwen backen allabendlich zusammen Doughnuts, die sie dann früh morgens verkaufen und so ein kleines Einkommen erzielen.

Nach den Wahlen im Maerz hat die neue Regierung eine Dezentralisierung umgesetzt und Kompetenzen an die Regionalregierungen abgegeben. Im Zuge dessen hat Sarah den Posten einer Ministerin fuer Wasser und Bewaesserung im Regierungsbezirk Siaya, zu dem Bondo nun gehoert, bekommen. Am Montag soll sie offiziell vereidigt werden. Mal sehen, ob wir dabei anwesend sein duerfen. Da sie die Probleme in der Region bestens kennt, wird sie in ihrer fuenfjaehrigen Amtszeit sicher viel erreichen koennen. Zum Beispiel das endlos vorhandene Wasser aus dem Viktoriasee aufzubereiten und zu den Menschen zu pumpen. Sie hat viele gute Ideen, ueber die wir miteinander sprechen. Wir versuchen, auch Anregungen zu geben, wenn uns etwas auffaellt – z.B. dass es nicht so gut ist, Autos direkt im See zu waschen, wenn man das Wasser daraus trinken und den Fisch daraus essen moechte.

Als Ministerin bekommt sie ein Buero und einen Fahrer in Siaya und wird dann wahrscheinlich auch dort wohnen – die Anfahrt von Bondo ist zu weit und ihr Haus hat ja keinen Stromanschluss. Deshalb nutzen wir den Tag heute im Center, um die Akkus von Fotoapparat und Handy aufzuladen.

Am Donnerstag hatten wir ein kurzes Treffen mit Lawrine Odera und ihrem Mann in Kisumu. Sie hat von 1990 bis 93 in Dortmund-Aplerbeck gewohnt und wir hatten zuvor per e-mail Kontakt. Es war eine sehr nette, aber leider kurze Zusammenkunft, denn die beiden mussten aufs Land fahren zu einer Beerdigung. Vielleicht kommt Lawrine morgen zum zweiten Teil des Workshops, wenn sie es schafft – es hat in den letzten Tagen immer wieder geregnet, was jede Art von Mobilitaet stark erschwert.

Mit Lawrine und Sarah in Kisumu.

Mit Lawrine und Sarah in Kisumu.

Am Mittwoch werden wir frueh morgens zusammen mit Sarah mit dem Bus nach Nairobi fahren und dort ihre Familie kennenlernen. Wir wissen nicht, ob wir es vorher nochmal schaffen, etwas zu schreiben, aber das Hotel in Nairobi hat sicher Internet. Dann koennen wir hoffentlich mehr schreiben – ueber das Essen, ueber die vielen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu Ghana, die uns tagtaeglich auffallen, ueber die Menschen etc.

Fuer heute erstmal viele Gruesse und einen schoenen Sonntag, den wir um 8 Uhr mit der zweistuendigen englischen Messe in der anglikanischen Gemeinde beginnen werden. Danke auch fuer die Gruesse aus der Heimat, die uns schon erreicht haben.

Bis bald,

Cosima und Andreas

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Karibu!

Hallo liebe Freunde,

den Gruss Karibu – Willkommen hoeren wir hier viele Male am Tag. Wir sind am Sonntagmittag wohlbehalten in Kisumu gelandet, wurden dort von unserer Gastgeberin Sarah Ondego abgeholt und im Auto ihres Bruders (mit dessen Fahrer) zu ihrem Haus in der Naehe von Bondo gebracht. Sie wohnt sehr laendlich, man faehrt etwa 25min. bis Bondo ueber schmale, steinge Feldwege, die wir fuer nicht befahrbar halten wuerden. Aber unser Fahrer kennt die Bedingungen und sein Gefaehrt sehr gut und bringt uns zu den entlegensten Orten.

Sarah mit Artemisia-Pflänzchen, die als Tee getrunken Malaria heilen.

Sarah mit Artemisia-Pflänzchen, die als Tee getrunken Malaria heilen.

Das Haus ist sehr gepflegt, aber einfach ausgestattet: Wegen der Abgelegenheit gibt es weder fliessendes Wasser noch Strom. Gut, dass wir eine Taschenlampe im Gepaeck haben. An Internet ist dort also nicht zu denken, weswegen wir es erst heute schaffen, ein Internetcafe in Bondo aufzusuchen und euch diesen ersten Bericht zu schreiben.

Sarahs Haus, links der Kasten für den Stromanschluss, der leider noch fehlt.

Sarahs Haus, links der Kasten für den Stromanschluss, der leider noch fehlt.

Sarah hat einige Nachbarn und Waisenjungs, die ihr im Haushalt helfen und uns mit leckerem Essen versorgen (im Gegenzug ermoeglicht sie ihnen z.B. den Schulbesuch).

Zusammen mit Johannes Ayieko, einem Mitarbeiter der Organisation GENO, die mit der Weltgruppe Aplerbeck kooperiert, besuchen wir seit Montag die diversen Orte, an denen Regenwassersammeltanks aufgestellt wurden. Wir ueberpruefen die Funktionstuechtigkeit der Tanks (bisher bei allen positiv) und fragen die Menschen, ob der Tank ihnen geholfen hat und mit welchen Problemen sie zu kaempfen haben.

Grundschüler vor ihrem Wassertank

Grundschüler vor ihrem Wassertank – 24.000l Fassungsvermögen

Wir werden immer ueberaus freundlich empfangen und mit Dankbarkeit fuer die Tanks ueberschuettet. Ebenso oft hoeren wir die Bitte fuer weitere oder groessere Tanks, weil diese nur dann voll Wasser sind, wenn es auch regnet – was seit Anfang Mai nicht mehr der Fall war. Also sind die Tanks nach einigen Wochen fast leer und die Menschen muessen wieder mehrere Kilometer weit zum See, Teich oder Brunnen laufen, um Wasser zu holen. Dieses ist aber nicht sauber genug, um es zu trinken. Das Wasserproblem ist hier allgegenwaertig und das zentrale Thema im Leben der meisten Menschen.

Wassertank bei einer Witwe. Links Ayieko und Sarah, rechts einige Nachbarn, die auch vom Wasser profitieren.

Wassertank bei einer Witwe. Links Ayieko und Sarah, rechts einige Nachbarn, die auch vom Wasser profitieren.

Erfreulicherweise hat es gestern ploetzlich angefangen zu regnen, sodass die Tanks sich nun wieder fuellen koennen. Dadurch werden allerdings die bisher nur staubigen Strassen zu roten Baechen und Rutschbahnen, was das Durchkommen erschwert.

Es regnet - aber diese Regenrinne ist noch verbesserungsfähig...

Es regnet – aber diese Regenrinne ist noch verbesserungsfähig…

Gestern sind wir einmal richtig steckengeblieben, sodass einige Maenner aus der Umgebung mit Macheten und Hacken das Gebuesch neben der Strasse beseitigen mussten, damit wir diese Stelle umfahren konnten. Etwa eine Stunde hat dieses Erlebnis gedauert, aber Zeit und Puenktlichkeit sind ja relativ.

Solche "Straßen" sind dort Alltag und bei Regen eben unbefahrbar.

Solche „Straßen“ sind dort Alltag und bei Regen eben unbefahrbar.

Wir haben heute nicht viel Zeit, nur waehrend Sarah auf dem Markt einkauft, deshalb beenden wir fuer heute den Bericht. Es geht uns gut, wir treffen viele nette Menschen und lernen neue Dinge kennen. Wir erahnen langsam, welche Dimension die bisher geleistete Arbeit der Geno-Gruppe hat.

Mehr Infos Fotos gibt es spaeter (Andreas hat schon eine ganze Menge gemacht…)

Viele Gruesse aus Bondo,

Cosima und Andreas

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Begrüßung

Jambo liebe Leser/innen,

willkommen in unserem Kenia-Blog!

Unseren Zielort Bondo am Victoriasee werden wir am Sonntag, den 28.7.2013 gegen Mittag erreichen, mit Zwischenlandung in Kairo – daher die Pyramiden, die wir dann schnellstmöglich durch ein Bild aus Kenia ersetzen werden.

Am 17.8.2013 machen wir uns auf den Rückweg. In den drei Wochen dazwischen werden wir euch so oft es die Zeit und die technischen Möglichkeiten vor Ort zulassen über unsere Aktivitäten informieren.

Wir wünschen euch viel Freude beim Lesen und freuen uns immer über Kommentare aus der Heimat. Bitte nicht wundern, wenn diese nicht sofort online erscheinen, die Website sieht vor, dass wir sie erst genehmigen müssen.

Viele Grüße aus Dortmund,

Cosima und Andreas

 

flagge

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